Klima & Umwelt
Globale CO2 Emissionen im Überblick

globaler CO2 Ausstoß

Die Wahrheit über den CO₂-Ausstoß: Wer ist wirklich verantwortlich?

Die Wahrheit über den CO₂-Ausstoß: Wer ist wirklich verantwortlich für wie viel Prozent?
Der Klimawandel ist eines der drängendsten Themen unserer Zeit. Immer wieder wird diskutiert, wer für den Großteil der CO₂-Emissionen verantwortlich ist. Doch wie sieht die tatsächliche Verteilung aus? Die Antwort ist überraschend und zeigt, dass einige Sektoren viel mehr zur Klimakrise beitragen als andere – und auch die Landwirtschaft spielt eine wichtige, aber oft unterschätzte Rolle.
Die globalen CO₂-Emissionen im Überblick

Laut aktuellen Daten (2022) ist der Energiesektor mit Abstand der größte Verursacher von CO₂-Emissionen. Insgesamt ist er für 76 % aller globalen Emissionen verantwortlich1. Innerhalb dieses Sektors sind die wichtigsten Quellen:

  • Strom- und Wärmeerzeugung: 33 % der globalen Emissionen
  • Transport: 16 %
  • Industrie und Bau: 13 %
  • Wohnen und Gewerbe: 6 %
  • Fugitive Emissionen (z.B. Leckagen): 6 %
  • Militärischer Treibstoffverbrauch: 1 %

Insgesamt werden jährlich rund 50,1 Milliarden Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen.

Globale CO2 Emissionen

Die Rolle der Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist mit etwa 12 % der globalen CO₂-Emissionen vertreten, wenn man nur die direkten landwirtschaftlichen Aktivitäten betrachtet1. Allerdings gibt es hier eine Einschränkung: In dieser Zahl sind nicht alle relevanten landwirtschaftlichen Emissionen enthalten, insbesondere nicht die durch Landnutzungsänderungen und das Pflügen.
Wenn man die Landnutzungsänderungen (z.B. Abholzung, Trockenlegung von Mooren) mit einbezieht, steigt der Anteil der Landwirtschaft auf etwa 17–20 % der globalen Treibhausgasemissionen. In CO₂-Äquivalenten bedeutet das: 9,3 bis 11,1 Milliarden Tonnen pro Jahr.

Rolle der Landwirtschaft

Der Einfluss des Pflügens

Das Pflügen von Ackerland ist ein oft übersehener Faktor. Laut internationalen Bodenwissenschaftlern wie Dr. John Baker werden durch das Pflügen weltweit 15–20 % des CO₂ in der Atmosphäre freigesetzt. Das ist eine beeindruckende Zahl – allerdings bezieht sich diese Angabe auf den Anteil des CO₂, der aus dem Boden durch das Pflügen freigesetzt wird, und nicht auf den gesamten CO₂-Ausstoß der Menschheit. Das bedeutet: Pflügen setzt große Mengen CO₂ frei, die zuvor im Boden gespeichert waren, und trägt damit erheblich zur Klimabilanz der Landwirtschaft bei.
Allerdings ist zu beachten, dass diese 15–20 % des atmosphärischen CO₂ nicht gleichzusetzen sind mit 15–20 % der gesamten menschengemachten CO₂-Emissionen, sondern sich auf den Anteil des CO₂ beziehen, der durch Pflügen aus dem Boden in die Atmosphäre gelangt. In der Gesamtbilanz der landwirtschaftlichen Emissionen macht das Pflügen einen bedeutenden, aber schwer exakt zu beziffernden Anteil aus, da die Emissionen aus dem Boden schwer zu messen sind und nicht immer in die offiziellen Statistiken einfließen.

Die wichtigsten Zahlen im Überblick

Sektor Anteil an globalen CO₂-Emissionen (2022) Anmerkung
Energie 76 % Strom, Wärme, Verkehr, Industrie
Landwirtschaft (direkt) 12 % Ohne Landnutzung und Pflügen
Landwirtschaft (inkl. Landnutzung) 17–20 % Inkl. Abholzung, Pflügen, etc.

Fazit

Der Energiesektor ist mit 76 % der größte Verursacher von CO₂-Emissionen.
Die Landwirtschaft trägt direkt etwa 12 % bei, mit Landnutzungsänderungen und Pflügen steigt der Anteil auf 17–20 % der globalen Treibhausgasemissionen.
Das Pflügen selbst ist für 15–20 % des CO₂ in der Atmosphäre verantwortlich, das aus dem Boden freigesetzt wird – ein bedeutender, aber oft unterschätzter Faktor.
Wer also Klimaschutz wirklich ernst nimmt, muss alle Sektoren im Blick behalten – und gerade in der Landwirtschaft lohnt es sich, auf bodenschonende Anbaumethoden zu setzen!

 

Autor: Francesco del Orbe 🌍 Hüter der Erde


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte füllen Sie dieses Feld aus.
Bitte gib eine gültige E-Mail-Adresse ein.



Vorheriger Beitrag
Ein Totholzhaufen als biodiverses Heim
Nächster Beitrag
Schutz und Regeneration des Ackerbodens

Auch interessant

Kategorien

Wer hier schreibt